>

Zur Ruhe kommen


Anstatt dass ich Ende März im Jugendhaus Seewis – einem christlichen Gästehaus im Prättigau – verschiedene Anlässe für den April geplant hätte und mich jetzt neben kleineren Veranstaltungen auf meinen dreimonatigen Englandaufenthalt im Sommer vorbereiten würde, sitze ich nun seit Mitte März zuhause. Alle Anlässe und Veranstaltungen wurden abgesagt und den Englandaufenthalt muss ich gezwungenermassen ebenfalls ausfallen lassen. Was fange ich nun mit dieser freien Zeit an, bis im September mein Studium beginnt? Nun, anfangs war das gar kein Problem: Endlich hatte ich Zeit für liegengebliebene To-Dos oder für Dinge, die ich schon lange mal ausprobieren wollte – natürlich nur die Dinge, die ich zu Hause machen konnte. So war mir weder langweilig noch musste ich mich gross um meine Gedanken kümmern. Ich war abgelenkt und mir ging es soweit ganz gut.

Was ich aber nach den ersten Tagen gemerkt habe: Mich selber beschäftigen kann ich gut. Wirklich zur Ruhe kommen, fällt mir schwerer. Einfach mal nichts tun konnte ich nicht. Ich konnte nicht still sitzen und dabei nicht unnötig auf dem Handy herumdrücken oder in einer Zeitschrift zu blättern. Trotzdem habe ich mir immer mehr bewusst Zeit genommen, nichts zu tun, Ablenkungen auszuschalten und einfach mal zu sein. Dabei kamen Gedanken und Gefühle auf und ich liess sie zu. Ich brachte vor Gott, was mich beschäftigt und durfte erleben, wie er mich ruhig werden liess. Wie ich doch zur Ruhe kommen konnte. 

Vielleicht durchlebst du im Moment eine besonders stressige Zeit, aber vielleicht geht es dir auch ähnlich wie mir. Egal, in welcher Situation du steckst, möchte ich dich ermutigen, deine freie Zeit nicht nur für liegengebliebene To-Dos oder Zeitvertriebe zu nutzen, sondern auch einfach mal fürs Nichtstun. Alle Ablenkungen auszuschalten und einfach mal zu sein. Ich möchte dich ermutigen, dass du still wirst und deine Gedanken und Gefühle zulässt. Dass du Gott abgibst, was dich beschäftigt und dabei ruhig wirst. Er ist da – auch in dieser speziellen Lage. Egal, wie gross oder klein deine Sorgen sind, Gott interessiert sich dafür. Egal, in welcher Situation du steckst, Gott interessiert sich für dich. Und egal, wie gross der Sturm in der Welt tobt, Gott interessiert sich für dich persönlich. Er möchte Gemeinschaft mit dir, egal wie’s dir geht. Und er möchte dir Ruhe schenken.

Nach einem Monat im Lockdown muss ich sagen: Mich selber beschäftigen kann ich wirklich gut. Aber auch zur Ruhe kommen, fällt mir nicht mehr so schwer. Ich habe gelernt, mir bewusst Zeit zu nehmen für das Nichtstun, Gedanken und Gefühle auszuhalten und sie bei Gott zu deponieren. Das wünsche ich auch dir!







Tabea Haslebacher
20, zukünftige PH-Studentin, kreative Handwerkerin, Klavier- und Gitarrenspielerin, Sport-Unliebhaberin, Naturbestaunerin und Freundschaftenpflegerin.

0 Kommentare