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Rückblick auf die Gebetswoche 2020


Kol 4,2:             Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen.
 
… denn Gebet ist Beziehung zu Gott: Darin eröffnet sich uns eine göttliche Quelle. Und nicht selten greift Gott auch durch unser Gebet in die Realität ein und ändert den Lauf der Dinge!
 
Genau deshalb planten wir als Kirche – schon lange vor der Corona-Krise – die Gebetswoche vor Ostern. Je näher die Woche kam, desto offensichtlicher wurde es, wie notwendig und wegweisend der Ruf zum Gebet in dieser Zeit war: mitten im Durchkreuzen unserer Routine, in der Sorge um die Gesundheit, im finanziellen Scherbenhaufen. Wie gut passte es da: Gott suchen und mit ihm reden.
 
Die Idee war, eine Woche lang non-stop, rund-um-die-Uhr, 24/7, zu beten – und zwar in einer Stafette, zu welcher wir uns stundenweise in einer Agenda eintrugen. Eine verrückte Idee, die ausdrücken soll, dass die Gemeinschaft mit Gott das Kernstück unseres Glaubens ist: Sie soll uns zu jeder Tages- und Nachtzeit durchdringen. Sie soll Priorität über allem anderen haben. Unglaublich, dass wir so als Gemeinschaft während 113 Stunden (davon auch viele in Gruppen) gebetet haben!
 
Absolute Neuheit dieser Gebetswoche war notgedrungen, dass die gemeinsamen Gebetszeiten anstatt im Gebetsraum des Gate27 in einem «virtuellen Gebetsraum» über Zoom stattfanden. Während der 14 geleiteten Gebetszeiten konnte sich über Videokonferenz einloggen, wer wollte. Dabei wurde für spezifische Anliegen der verschiedenen Ressorts unserer Kirche gebetet. 
 
Meine Bilanz? 
Wie gut, gab es trotz Lockdown die Möglichkeit, über Zoom miteinander zu beten und voneinander inspiriert zu werden! Dabei wurden wir auch überraschend neu durchmischt: Ich betete mit Leuten, mit denen ich «im richtigen Leben» wohl nie gebetet hätte – wir waren ja nur einige Klicks voneinander entfernt! Wie staunte ich, dass auch Senioren im hohen Alter sich einloggten und uns durch ihre Gebete beschenkten! Nebst kleinen Nachteilen (Unterbrüche wegen technischer Schwierigkeiten) genoss ich ausserdem die Tatsache, dass es keinen Anfahrtsweg gab!
 
Ansonsten blieb für mich aber die Erfahrung des Gebetsspaziergangs in der freien Natur unschlagbar: Die Ruhe und die Schönheit des Waldes halfen mir auch diesmal, in die Gemeinschaft mit Gott zu treten und an den Ort der tiefen inneren Ruhe zu finden. Ja – davon will ich mich durch nichts abbringen lassen!





Elisabeth Blanc
(1972), verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, Berufsschullehrperson, langjährige Auslanderfahrung in Südostasien. Liebt Sprache und Sprachen, knobelt gerne an Sudokus und Kreuzworträtseln, schreibt Romane und kocht häufig für den Familienclan. 
Lebensmotto: Mehr von Gott in dieser Welt.
 

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