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Weihnachtsgeschenke „Made in China“

Für dieses Jahr sind bei uns schon alle Geschenke besorgt. Zum Glück! Für die Kinder Last Minute im grössten Getümmel Spielsachen oder genau den richtigen Rucksack zu besorgen, dafür reichen meine Nerven nämlich echt nicht mehr aus.

Ich muss mir nun also nicht mehr den Kopf zerbrechen, welche Wünsche ich erfüllen möchte, und welche eher nicht (worauf ich da alles achte, habe ich im letzten Jahr ausführlich beschrieben: Das perfekte Weihnachtsgeschenk). Trotzdem hat mich der neueste YouTube-Streich von Sam National nachdenklich gemacht. Es geht um Spielsachen „Made in China“. Nun mach ich mir ja oft Gedanken über die Herstellungsbedingungen von Kleidung (da hab ich hier schonmal drüber geschrieben), Spielzeug hatte ich in letzter Zeit allerdings weniger auf dem Schirm. Vielleicht, weil wir eh nur noch selten Spielzeug kaufen - unsere Grossen vermachen ihr Spielzeug laufend den Kleinen und brauchen selbst höchstens mal noch ein Gesellschaftsspiel.

Dieses Jahr allerdings muss ich gestehen - es wird unter anderem Spielzeug „Made in China“ unter dem Baum liegen. Ich war nichtmal auf die Idee gekommen, mir darüber Gedanken zu machen.

Ob es realistisch ist, solches Spielzeug konsequent zu meiden, kann ich so spontan nicht sagen. Ich bin schlicht zu wenig informiert, wie viele echte Alternativen sich finden lassen. Eine kurze Online-Recherche zeigt mir, dass selbst klassisch europäische Marken wie Lego, Brio, Zapf Creation, ja sogar Playmobil und Steiff zumindest zum Teil in China oder anderen Billiglohnländern produzieren (wobei beispielsweise Playmobil wohl nur sehr wenig in China produzieren lässt, sondern eher auf Tschechien ausweicht).

Trotzdem nehme ich mir für die nächsten Einkäufe vor, die Thematik im Hinterkopf zu behalten und genauer hinzuschauen. Vielleicht lassen sich ja auch die Kinder davon überzeugen, auf die Puppe „Made in China“ zu verzichten, wenn ihnen bewusst wird, was die Produktion dort für die Betroffenen bedeutet? Das Video von Sam National scheint mir prima als Gesprächseinstieg geeignet. Ich hab jedenfalls vor, es meinen Kindern zu zeigen. Und dann schauen wir mal, was sie damit machen…





Michelle Boss
, 35, Ehefrau, Mutter (4 fabelhafte Töchter im Alter von 8, 8, fast 5 und 3einhalb), freie Radioredaktorin, Ungern-Bastlerin aber begeisterte LEGO-, Puzzle- oder Möbel-Zusammenbauerin, Vielleserin und -Vorleserin, Beziehungsmensch. Findet eigentlich grundsätzlich, dass bei Spielzeug weniger mehr ist - und staunt dann doch über die Unmengen an Spielzeug, die sich in ihrem Haushalt finden...