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Sommerferien - wie beschäftige ich mein Kind?

Die langen Sommerferien - von vielen Schulkindern heiss herbeigesehnt, von vielen Müttern eher gefürchtet. Während für berufstätige Mütter insbesondere der hohe Aufwand, eine Ersatzbetreuung zu organisieren, im Zentrum steht, graut es anderen Müttern vor der Frage: Wie beschäftige ich meine Kinder 5 Wochen lang?

Ich habe das Glück, das meine Töchter ihre freie Zeit oft sehr geniessen. Sie verbringen den Morgen in den Ferien in der Regel mit Spielen oder Lesen, sind oft kaum dazu zu bewegen, mit mir zu frühstücken. Bis Mittags habe ich nur selten das Problem, dass ein Kind sich langweilt. Vermutlich ist das der Hauptgrund dafür, dass ich mich immer auch auf die Ferien freue. Ich geniesse es, mit den Kindern in den Tag hineinleben zu können. Ein Leben ohne fixe Termine, ohne Zeitdruck - zumindest in den ersten ein bis zwei Wochen finden wir das alle grossartig. Dann merke ich jeweils so langsam, dass uns allen die Struktur etwas zu fehlen beginnt, und sich die Langeweile einschleicht.

Deswegen planen wir unsere Familienferien in der Regel etwa auf die Mitte der Sommerferien. Zwei bis drei Tage davor sind die Kinder und ich dann jeweils schon gut mit Packen und Besorgungen für die Reise beschäftigt. Und wenn wir aus den Ferien zurückkommen, geniessen alle die ersten paar Tage wieder ihr eigenes Zimmer, ihr Spielzeug, ihre vertraute Umgebung.

Wird es meinen Töchtern doch mal langweilig, reicht es oft schon aus, sie im Haushalt etwas einzuspannen. Kleine Einkäufe für mich zu erledigen, macht sie stolz. Mir beim Kochen zu helfen, ist ohnehin ein Highlight für sie. Und in den Ferien, in denen wir ja nicht unter Zeitdruck stehen, hab ich auch eher die Nerven dafür, um mit meinen Kindern Wäsche aufzuhängen oder sie den Rasen mähen zu lassen (im Alltag kostet es mich oft viel Überwindung, mir die Zeit dafür zu nehmen).

Die Kinder geniessen es immer besonders, in den Ferien Dinge zu tun, die wir sonst eher nicht (oder nur am Wochenende) machen. Nach dem Abendessen nochmal ausgiebig im Hof spielen. Ein Zelt im Garten aufstellen und dort drin übernachten. Ein Picknick veranstalten. Einen Brunch im Freien geniessen. Gemeinsam ein grösseres Bastelprojekt in Angriff nehmen.

Ganz wichtig für meine Ferienplanung ist es, in Erfahrung zu bringen (und zu notieren!), in welchen Wochen die besten Freundinnen meiner Töchter anwesend sind. Ausgiebig Zeit mit ihren Freundinnen verbringen zu können, das geniessen unsere Mädchen immer sehr. Auch Übernachtungsbesuche versuche ich, möglichst auf die Ferien zu legen.

Zudem habe ich damit begonnen, zu Beginn der Ferien mit den Kindern eine „Sitzung“ abzuhalten, in der jede sagen darf, was sie sich für die Ferien wünscht. Wenn möglich, versuche ich diese Wünsche zu berücksichtigen - allerdings muss allen klar sein, dass das nicht immer möglich ist (ein Badeausflug ist nun mal nur bei entsprechendem Wetter möglich, und mit krankem Kind wird ein Zoobesuch schwierig…).

Augenarzt-, Zahnarzt- oder auch Friseurbesuche sind oft schwierig im Alltag unterzubringen. Es kann durchaus Sinn machen, solche Termine in den Ferien anzusetzen - vielleicht können sie ja grad noch mit einem Einkaufsbummel, einem Spielplatzbesuch oder einem Café-Besuch verbunden werden.

In der letzten Ferienwoche gehen wir jeweils die „Schulausrüstung“ durch. Passen Finken, Turnsachen und Malschürze noch? Ist das Etui gut bestückt, haben wir noch genügend Znüniböxli? Und sind Turnschuhe, Gummistiefel, Regenschütze und Herbstjacke noch gross genug? Alles, was fehlt, wird in dieser letzten Woche besorgt - in der Regel teilen wir die Einkäufe inzwischen sogar auf mehrere Tage auf.

Meist geht es mir allerdings eher so, dass die Ferien schneller um sind, als mir lieb ist - und ich viele Dinge, die ich gerne gemacht hätte, gar nicht „hineinpacken“ konnte. Ich habe deswegen inzwischen angefangen, wenig fix einzuplanen, dafür aber eine Liste zu führen mit Dingen, die wir bei Bedarf unternehmen können.

Was bei mir oft auf der Strecke bleibt, ist der Haushalt. Entweder sind wir schlicht kaum zu Hause, so dass ich mich auch nicht darum kümmern kann, oder die Kinder veranstalten ein derartiges Chaos mit ihrem fantasievollen Spiel, dass ich mich mit dem Staubsauger kaum durchpflügen kann. Für dieses Problem hab ich ehrlicherweise noch keine vernünftige Lösung gefunden. Wer weiss, vielleicht hab ich ja in diesen Ferien eine Erleuchtung… Ich würde es euch wissen lassen!





Michelle Boss
, 34, Ehefrau, Mutter (4 fabelhafte Töchter im Alter von 7, 7, 4 und bald 3), freie Radioredaktorin, Ungern-Bastlerin aber begeisterte LEGO-, Puzzle- oder Möbel-Zusammenbauerin, Vielleserin und -Vorleserin, Beziehungsmensch. Freut sich riesig auf die langen Sommerferien - und wird sich gegen Ende mit Sicherheit auch wieder auf den Schulalltag freuen.

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