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International Weekly Playdate - Krabbelgruppe für alle Kulturen

Seit einigen Monaten findet in den Räumlichkeiten des Vereins Stägetritt jeden Mittwoch das „Parent/Child International Weekly Playdate“ statt. Mütter aus den verschiedensten Ländern treffen sich dort, verbringen Zeit miteinander und geben ihren Kindern die Möglichkeit, miteinander zu spielen.
Das Angebot wird rege genutzt - und entwickelt sich teilweise anders als ursprünglich gedacht. Ein Gespräch mit der Initiantin und Leiterin Bella Glover (im Bild mit ihren 2jährigen Zwillingstöchtern).

Bella Glover, wie kamst du darauf, das Weekly Playdate ins Leben zu rufen?

Ich habe 2jährige Zwillinge. Es war Winter, es war kalt und dunkel, regnete oft, wir waren hauptsächlich in unserer Wohnung, und ich wusste nicht mehr, wie ich die Kinder noch beschäftigen sollte. Ich habe mich zwar ab und zu mit anderen Frauen und ihren Kindern getroffen, habe aber etwas Konstantes gesucht. Ich ging ins Familienzentrum, aber da waren jedes Mal andere Leute, und ich konnte keine richtigen Kontakte knüpfen. Genau das wünschte ich mir aber: Kontakte knüpfen, und auch den Kindern die Möglichkeit geben, gemeinsam zu spielen.
Ich bin selber Engländerin und fand es wäre grossartig, eine Art Internationale Krabbelgruppe zu gründen, in der alle Nationalitäten zusammenkommen könnten - gerne auch Schweizer Frauen. Ich wollte Frauen aus allen Nationalitäten die Möglichkeit zu geben, andere Mütter kennenzulernen, mal aus dem Haus zu kommen (insbesondere im Winter), und ihre Kindern mit anderen Kinder spielen zu lassen.

Das Angebot wird ja bereits rege genutzt, oder?


Oh ja! Seit wir gestartet haben, kamen immer mindestens 5-6 Frauen mit ihren Kindern, oft mehr. Das Maximum lag glaube ich bei 14 Müttern mit je 1-2 Kindern. Wir sind eine wirklich internationale Gruppe mit Frauen aus Russland, Rumänien, USA, Kanada, Deutschland, England, Malaysia… und auch einigen Schweizer Frauen.

Ihr redet Englisch zusammen?

Ja, die Hauptsprache ist schon Englisch. Manchmal sind mehrere Schweizer Mütter da und merken erst nach einer Weile, dass sie beide Schweizerinnen sind. Dann fangen sie auch schonmal an, sich auf Schweizerdeutsch zu unterhalten. Was super ist, viele von uns wollen ja gerne Schweizerdeutsch lernen. Aber es fällt uns schon leichter, Englisch miteinander zu reden.

Wie sehen diese Playdates denn aus?

Start ist um 15 Uhr, allerdings sind wir da ziemlich flexibel. Ich selbst schaffe es meist auch erst später, weil meine Kinder zuvor noch ihren Mittagsschlaf machen. Viele Mütter kommen erst um halb vier oder sogar vier Uhr, je nachdem wie die Kinder schlafen. Wir versuchen dann, die Runde um etwa fünf Uhr aufzulösen, es wird aber meist etwas später
Zu Beginn hatten wir vor, jeweils eine Aktivität vorzubereiten, beispielsweise eine Bastelarbeit oder ein Spiel. Es hat sich aber gezeigt, dass das gar nicht notwendig ist. Da die Mütter zu verschiedenen Zeiten kommen, und es dann um vier Uhr Zvieri gibt, bliebt ohnehin kaum Zeit für eine Aktivität. Der Zvieri dauert oft eine halbe Stunde, das ist quasi unsere Haupt-Aktivität. Zuerst wollten wir den Zvieri jeweils zur Verfügung stellen, aber nun bringt einfach jede Mutter etwas Obst, Crackers oder Ähnliches mit, und dann machen wir ein Buffet von dem sich alle bedienen können.
Wir wünschen uns eine möglichst entspannte Atmosphäre. Die Mütter sitzen da und reden, und für die Kinder gibt es ja so viel, was sie machen können. Es ist toll, dass wir so viel Platz haben in den Stägetritt-Räumlichkeiten. Die Kinder sind sehr zufrieden damit, einfach zu spielen, und es ist toll, dass die Mütter wirklich auch dazu kommen, zu reden.
Auf unserem Flyer steht, dass wir uns wünschen, dass die Teilnehmer regelmässig teilnehmen. Dabei geht es mehr darum, dass echte Freundschaften entstehen sollen. Dazu brauchts natürlich eine gewisse Verbindlichkeit. Aber wenn eine Mutter nur ein- oder zweimal im Monat Zeit hat, ist sie trotzdem herzlich willkommen!

Geniesst ihr vor allem die Gemeinschaft untereinander als internationale Mütter, oder hättet ihr gerne mehr Schweizer Mütter an euren Treffen?

Wir geniessen es natürlich, miteinander auszutauschen, weil wir ja alle in ähnlichen Situationen sind. Ich würde mir aber wünschen, dass wir auch einen Beitrag zur Integration leisten könnten. Das Schwierigste an der Integration ist für mich klar die Sprache. Die meisten Leute, die ich in der Schweiz treffe, auch meine Freunde, reden Englisch mit mir.
Es kommen ja schon ein paar Schweizer Mütter, und es wäre genial, wenn noch mehr kämen. Davon würden beide Seiten profitieren. Schweizer Mütter haben bei uns die Möglichkeit, ihr Englisch zu trainieren (ich habe festgestellt, dass viele Schweizer das sehr schätzen), und auch ihre Kinder kommen schonmal mit der englischen Sprache in Kontakt. Sie haben auch die Möglichkeit, eine ganz andere Gruppe von Leuten zu treffen, mit denen sie sonst wohl eher weniger in Kontakt kommen. Die Schweizer Mütter, die zu unseren Treffen kommen, empfinden das als sehr bereichernd.
Und für uns „Internationale“ ist es natürlich toll, wenn Schweizer Mütter dabei sind. Wir lernen Vieles über die Schweiz, was wir sonst nicht wüssten, und wir können Schweizerdeutsch üben. Das hilft uns also bei der Integration.

Habt ihr weitere Pläne?

Wir stellen uns vor, dass wir uns im Sommer weiterhin Mittwochs treffen, aber vielleicht auch zusätzlich Treffen planen, beispielsweise im Stadtpark, oder auch mal Abends gemeinsam essen gehen. Es sollen wirklich echte Freundschaften entstehen.



Mehr Informationen zum Parent/Child Weekly Playdate finden sich im nebenstehenden Flyer (aufs Bild klicken).


Bella Glover hat die Meetup-Gruppe "International Moms of Winterthur" für internationale Familien in der Region Winterthur gegründet. Wer sich dafür interessiert, findet mehr Informationen hier

Am internationalen Austausch in Winterthur Interessierten empfiehlt Bella zusätzlich den International Club Winterthur, zu finden unter www.internationalclub.ch




Michelle Boss
, 34, Ehefrau, Mutter (4 fabelhafte Töchter zwischen 2einhalb und 7einhalb Jahren), freie Radioredaktorin, Ungern-Bastlerin aber begeisterte LEGO-, Puzzle- oder Möbel-Zusammenbauerin, Vielleserin und -Vorleserin, Beziehungsmensch. Hatte beim Interview mit Bella das erste Mal seit Langem wieder die Gelegenheit, ihr etwas eingerostetes Englisch zu trainieren - und freute sich über den anschliessenden Austausch von Zwillingsmama zu Zwillingsmama.

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