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Was ich meinen Kindern wünsche

Was wünschen wir unseren Kindern für ihr Leben? Erfolg, Reichtum, Gesundheit, einen tollen Job, viele Freunde? Oder halten wir ganz andere Dinge für wichtiger?

Kürzlich hatte ich die ehrenvolle, aber herausfordernde Ausgabe, mich ins Freunde-Buch einer meiner Töchter einzutragen. Lieblingstier, Lieblingsessen, Lieblingsbuch? Ich bin ja eher der Typ, der die Abwechslung mag, habe also eigentlich keine „Lieblings-Dinge“. Die richtige Knacknuss kam allerdings ganz am Schluss: „Das wünsche ich dir“.

Was wünsche ich ihr denn? Und wie formuliere ich das, damit sie es auch versteht? Ich entschloss mich unter Zeitdruck für eine relativ einfache Antwort.
Die Frage liess mich aber nicht los. Was wünsche ich meinen Töchtern? Gesundheit, einen tollen Job, viele Freunde? Oder doch Dinge, die tiefer gehen? Ich hab für mich mal aufgelistet.

Ich wünsche meinen Kindern:
… die Fähigkeit, sich nach Rückschlägen wieder aufzurappeln, zu kämpfen und den Mut nicht zu verlieren
… viel Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten
…dass sie sich selber so richtig gern haben, und trotzdem in der Lage sind, sich zu hinterfragen und an sich zu arbeiten
…eine optimistische Lebenseinstellung
…inneren Frieden, auch wenn das Leben nicht immer einfach ist
…Freunde, die für sie da sind; die sie so lieben, wie sie sind, die ehrlich zu ihnen sind und zu denen sie ehrlich sein können
…dass sie in ihrem Leben Dinge tun können, die sie glücklich machen
…dass sie etwas finden, dass ihrem Leben Sinn gibt
…dass es ihnen gelingt, zufrieden zu sein mit sich und ihrem Leben, ohne nach links und nach rechts zu schauen
…dass sie die Entdeckung machen können, wie viel Freude es macht und wie erfüllend es ist, für andere da zu sein - und sich dennoch auch abgrenzen und sich selber Sorge tragen können.
…die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die sich nicht ändern lassen - und den Mut, für ihre Überzeugungen einzustehen und wo es Sinn macht auch für Änderungen zu kämpfen (frei nach dem „Gelassenheitsgebet“)

Als Christ wünsche ich mir zudem, dass meine Töchter eine persönliche Beziehung zu Gott aufbauen und leben. Es wäre grossartig, wenn sie einen tragfähigen, eigenständigen Glauben entwickeln könnten, der nicht von uns Eltern „eingeimpft“ wurde, sondern ihrer persönlichen Überzeugung entspricht (und sich auch nicht in allen Punkten mit meinem persönlichen Glauben decken muss). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein solcher Glaube viele der oben genannten Punkte mit sich bringt.

Und ja, ich wünsche meinen Töchtern auch Gesundheit, dass sie ihre Träume verwirklichen können, einen tollen Job und viele Freunde haben, eine Familie gründen können (falls sie das möchten). Ich weiss aber, dass wir selten alles bekommen - und unser Leben dennoch glücklich und erfüllt sein kann. Deswegen sind mir die weiter oben aufgeführten Wünsche weit wichtiger, denn ich halte sie für grundlegend für ein glückliches Leben (während wir umgekehrt einen tollen Job, viele Freunde, eine Vorzeigefamilie haben und dennoch todunglücklich sein können).




Michelle Boss
, 34, Ehefrau, Mutter (4 fabelhafte Töchter im Alter von 7, 7, 4 und 2einhalb), freie Radioredaktorin, Ungern-Bastlerin aber begeisterte LEGO-, Puzzle- oder Möbel-Zusammenbauerin, Vielleserin und -Vorleserin, Beziehungsmensch. Wünscht sich einen Zauberstab, um all die guten Wünsche für ihre Töchter Realität werden lassen zu können.

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