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Jugendliche sind immer länger online


Schweizer Jugendliche sind immer länger online. Zu diesem Resultat kommt die aktuelle JAMES-Studie zur Mediennutzung von Schweizer Jugendlichen. Trotz der Beliebtheit von YouTube, Snapchat oder WhatsApp hängen die Jugendliche aber nicht permanent am Handy - am liebsten treffen sie nach wie vor Freunde.
Wir fassen die interessantesten Erkenntnisse zusammen.


Wie nutzen Schweizer Jugendliche die Medien? Diese Frage stellt seit 2010 alle zwei Jahre die JAMES-Studie (JAMES steht für Jugend, Aktivitäten, Medien - Erhebung Schweiz), durchgeführt von der ZHAW. Diese Woche wurden die Resultate der neuesten Studie der Öffentlichkeit vorgestellt. Hier eine Zusammenstellung der interessantesten Ergebnisse:

Die Mediennutzung von Jugendlichen hat sich verändert. In der aktuellen Studie ist kaum die Rede von TV und Gamekonsolen. Die heutigen Jugendlichen nutzen hauptsächlich ihr Handy, surfen im Internet und hören Musik. Viel Zeit nehmen Einzel- und Gruppenchats auf WhatsApp in Anspruch, auch Soziale Netzwerke werden intensiv genutzt.

So gut wie jeder Schweizer Jugendliche (99%) besitzt inzwischen ein Smartphone. Es ist immer dabei, wird für Kommunikation, Information und Unterhaltung genutzt, ersetzt aber auch viele andere Geräte wie PC, Fotokamera, Musikplayer, Radio, Wecker oder Uhr. Überhaupt leben Schweizer Jugendliche leben in Haushalten, in denen es vor Geräten nur so wimmelt. Mindestens ein Handy, ein Computer oder Laptop, ein Fernseher und eine digitale Fotokamera sind in unseren Haushalten Standart, vier von fünf Jugendlichen haben zudem ein Tablet im Haushalt. Immerhin vier von zehn Jugendlichen besitzen gar ein eigenes Tablet, drei Viertel einen eigenen Computer oder Laptop.

Jugendlich sind immer öfter online. Sie surfen durchschnittlich 2 Stunden und 30 Minuten täglich, am Wochenende sogar noch eine gute Stunde länger. Das ist eine halbe Stunde länger als noch vor 6 Jahren.
Das hängt wohl vor allem damit zusammen, dass es im Zeitalter von Smartphones Alltag geworden ist, auch unterwegs aufs Internet zugreifen zu können. Immer mehr Jugendliche haben ein Flatrate-Abo fürs Handy, können also das Internet so oft mobil nutzen, wie sie wollen.

Im Netz werden besonders oft Videos auf YouTube oder Netflix geschaut. Auch Soziale Netzwerke sind nach wie vor extrem beliebt, nur 6 von 100 Jugendlichen sind nicht bei mindestens einem Sozialen Netzwerk Mitglied. Der langjährige Spitzenreiter Facebook ist bei Jugendlichen allerdings nicht mehr im Trend, heute tummeln sie sich am Liebsten auf Instagram und Snapchat.

Bei aller Beliebtheit von Handy und Internet ist gamen allerdings nicht out. Zwei Drittel der Schweizer Jugendlichen gamen in ihrer Freizeit, wobei diese Freizeitbeschäftigung klar bei Jungs beliebter ist als bei Mädchen. Jungen konsumieren auch pornografische Inhalte und mediale Gewaltdarstellungen auf Handy oder Computer klar häufiger.

Trotz der grossen Beliebtheit der Medien: Schweizer Jugendliche gehen vielen nicht-medialen Freizeitbeschäftigungen nach. Als beliebteste Freizeitaktivitäten wurden Freunde treffen, Sport treiben sowie ausruhen und einfach mal nichts tun genannt. Daran hat sich seit der ersten Erhebung 2010 nichts geändert.

Die Macher der Studie kommen zum Schluss, die Möglichkeit, jederzeit und überall online zu sein, komme dem Bedürfnis von Jugendlichen entgegen, in regem Austausch mit Gleichaltrigen zu stehen. Allerdings könnten Gruppenchats und Soziale Netzwerke auch zu einem hohen sozialen Druck führen und die digitale Ablenkung stelle Familien und Schulen vor Herausforderungen. Deswegen sei eine klare Beschränkung der Medienzeit der gesamten Familie sinnvoll, beispielsweise während Essenszeiten, Gesprächen, gemeinsamen Familienunternehmungen und abends im Schlafzimmer.

Wer die Studie gerne genauer anschauen möchte, der finden den Bericht in voller Länge hier





Michelle Boss
, 34, Ehefrau, Mutter (4 fabelhafte Töchter zwischen 2 und 7 Jahren), freie Radioredaktorin, Ungern-Bastlerin aber begeisterte LEGO-, Puzzle- oder Möbel-Zusammenbauerin, Vielleserin und -Vorleserin, Beziehungsmensch; hat sich nach der Lektüre der Studie einmal mehr vorgenommen, die eigene Handynutzung drastisch herunterzuschrauben

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