>

Wenn der Adventszauber zum Stress wird

Die Adventszeit soll für die Kinder voller Zauber sein. Kerzen, Weihnachtsmusik, der Duft von frisch gebackenen Plätzchen, zauberhafte Ausflüge in der kalten Natur mit anschliessendem Punschtrinken und Aufwärmen im gemütlichen Zuhause, Zusammensein als Familie und die Vorfreude auf Weihnachten gemeinsam auskosten… Das alles hört sich so wunderbar besinnlich und gemütlich an.
Meist wirds dann aber ganz anders - jedenfalls bei mir. Ich hechle von Highlight zu Highlight und letztlich sind wir alle an Weihnachten total erschöpft.
Wie bloss plane ich die Adventszeit so, dass wir alle sie als etwas Besonderes geniessen - und trotzdem total entspannt dabei bleiben?


Weniger ist mehr. Das hab ich mir im letzten Jahr fest vorgenommen für die diesjährige Vorweihnachtszeit. Zu viel Programm sorgt nur für Stress, und verdirbt damit den ganzen Adventszauber.

Mein Programm hab ich also für dieses Jahr ganz schlank gehalten - nur was halt zwingend dazu gehört: Räbeliechtli-Umzug, der traditionelle Weihnachts-Märlitheater-Besuch mit den Grossen Ende November, Samichlaus-Abend im Gate27, vielleicht ein Samichlaus-Besuch bei uns zu Hause, ein Weihnachtsmarktbesuch irgendwann im Advent, einmal die Weihnachtsbeleuchtung in der Altstadt besichtigen, Adventsfenstereröffnungs-Apéro in der Spielgruppe, Weihnachtsgeschenke basteln, eine Sorte Guetsli mit den Kindern backen, ein tägliches Adventsritual (eine Adventsgeschichte erzählen, Adventskalender öffnen). Nicht allzu ambitiös, oder?

Es gäbe natürlich noch andere ganz tolle Sachen. Das Rösslitram, das Chlaus-Hüsli oder der Chlauseinzug in Winterthur, die Märlistadt Stein am Rhein, ein Schlittelausflug… Und natürlich mindestens einen Weihnachtsfilm als Familie zusammen anschauen, mit Popcorn und Weihnachtsguezli.

Als ich mich dann mit meiner Agenda hinsetze, und versuche, all die schönen Sachen schon mal einzuplanen (was für ein Fortschritt! Ich plane 6 Wochen im Voraus! Ich bin lernfähig!), erschrecke ich dann doch leicht. Seit wann ist denn die Adventszeit nur so kurz? Wo soll das denn alles reinpassen? Na ja, da kommt halt auch noch die eine oder andere Sache dazu… Die Grossen machen dieses Jahr unglücklicherweise gleich an zwei Weihnachtsmusicals mit (einmal mit dem Kinderchor aus unserem Dorf, einmal mit der Sonntagsschule), da fallen natürlich noch ein paar Proben an, von den insgesamt 4 Aufführungen ganz zu schweigen. Eine Woche vor Weihnachten gibts bereits die erste Familienfeier. Mit meinem Gottikind möchte ich auch noch vorfeiern. Und mit dem Götti von Midi und dem Gotti von Mini, die an keiner der Familienfeiern dabei sein werden (weil sie Freunde von uns sind, keine Familienmitglieder - also, nicht was unsere DNA angeht).

Das ganz normale Alltagsprogramm macht ja auch nicht einfach Pause… Schule inkl Hausaufgaben bei den Maxis, Kinderchor, Ballett resp Kindertanzen von diversen Kindern, Spielgruppe von Midi… Zwischendurch wollen die Mädels auch Zeit, um sich mit Freunden zu treffen.

Dann sind da ja auch noch meine eigenen Termine - die Weihnachtsessen von meiner Firma und von der Firma meines Mannes, das traditionelle Vorweihnachtsessen mit Freundinnen. Geschenke besorgen (4 Kinder, meine grosse Herkunftsfamilie) und managen (das einzig richtige Wort, wenn man die Geschenke für 4 Kinder „koordiniert“), und obendrein den Geburtstag von Midi planen, der auch Ende Dezember ansteht.

Ich fürchte, mein ursprüngliches Programm war doch schon zu ambitiös. Ich muss noch mal abspecken. Nur wo? Schliesslich beschliesse ich, nur die allerwichtigsten Dinge in die Agenda zu schreiben. In unserem Fall sind das Räbeliechtli-Umzug, Märlitheater, ein Samichlaus-Anlass, Geschenke basteln. Alles andere kommt auf eine Liste. Wenn wir Zeit und Lust haben, dann kommt etwas von der Liste zum Zug. Aber nur dann. Hoffe ich…






Michelle Boss
, 34, Ehefrau, Mutter (4 fabelhafte Töchter zwischen 2 und 7 Jahren), freie Radioredaktorin, Ungern-Bastlerin aber begeisterte LEGO-, Puzzle- oder Möbel-Zusammenbauerin, Vielleserin und -Vorleserin, Beziehungsmensch, für Vieles zu begeistern und deswegen regelmässig am Reduzieren

Wer übrigens nach Ideen sucht, was mit den Kindern für Weihnachtsgeschenke gebastelt werden könnten, wir haben ein paar Ideen zusammengestellt. Ihr findet sie hier

Und wie macht ihr das? Habt ihr gute Tipps, wie sich die Adventszeit gestalten lässt? Wir sind gespannt!

2 Kommentare



Passwort vergessen?






kommentieren

Bitte anmelden um Kommentare zu erfassen.

Samstag, 12.11.2016, 07:01

Jacqueline Frei

Hihihi, musste schmunzeln bei diesem Beitrag. Da ich jedes Jahr an einem Weihnachtstheater mitspielen darf und wir nicht wenig Proben haben, besorge ich die Weihnachtsgeschenke anfangs November, die gebastelten Geschenke der Kinder stehen ebenfalls bereit und mache so die Erfahrung, dass alles (oder ich) etwas ruhiger wird. Wenn ich entspannt bin, sind es meine Kinder auch eher

Samstag, 12.11.2016, 20:52

Redaktion

Respekt, du hast das mit dem Planen definitiv besser im Griff als ich! Vielleicht müsste ich mir wirklich fürs nächste Jahr vornehmen, bereits Anfangs Herbstferien mal eine "Adventszeit-Plan-Session" einzulegen... Ich ärgere mich einfach jedes Jahr so sehr über die überfrühte Weihnachtsstimmung bei gewissen Grossverteiltern, dass ich es kaum über mich bringe, schon im Oktober Weihnachtspläne zu schmieden. Aber wenns am Ende zu einer entspannten Familie führt... Hm...