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«Passioniert pensioniert» - auf zwei Rädern

Erst mit fünfzig entdeckte ich das Motor­rad­fahren … und es wurde zu meinem Hobby! Mit eini­gen Streiflichtern möchte ich euch an meinen Reise­erlebnissen teilhaben lassen.

Tour durch die französischen Alpen - Höchster Pass und höchste Strasse Europas
Val d’Isère ist vom „Skizirkus“ her bekannt. Von hier aus fuhr ich eine unscheinbare, nur bescheiden ausgebaute Passstrasse hinauf zum Col de l’ Iséron. Mit 2770 m Höhe ist er der höchste für den Verkehr erschlossene Pass in Europa! Einen Tag später gings von Jausiers (östlich vom bekann­teren Ort Barcelonnette gelegen) aus hinauf zum Col de la Bonette (dieser ist mit „nur“ 2715 m nicht der höchste Pass). Ein Abstecher als Rundkurs auf einer Panorama-Strasse führte hinauf auf 2802 m zum Cime de la Bonette. Das ist die höchstgelegene Strasse Europas. Wunderbarer Rundblick!! Wenn ich ein Goethe wäre, hätte ich ein Gedicht ge­schrie­ben… Es ist ein herrliches Gefühl, aus der Wärme, manchmal aus brütender Hitze in einem Tal in solche Höhen hinauf zu brausen. Welche Er­frisch­ung! Ich liebe die Berge.
 
Wie könnte ich da schweigen?
Die schönen Eindrücke von Landschaft und Natur drängen mich oft dazu, über dieser herrlichen Schö­pfung den Schöpfer zu loben mit Lie­dern. Kurze Songs oder Refrains singe ich dann ohne zu zählen x-mal. Diesmal kam mir aus dem Gedächtnis ein Refrain eines Liedes hoch.
 
Nichts soll dich ängsten, 
nichts soll dich quälen, 
wer sich an Gott hält,
dem wird nichts fehlen.

Nichts soll dich ängsten, 
nichts soll dich quälen, 
Gott allein genügt!
Solo Dios, basta!
 
Wenn ich als Sport Velo fahre, singe ich manchmal auch in dieser Art, doch nur innerlich, weil mir die „Puste“ fehlt. Doch auf dem Töff geht das mit Stimme. Unter dem Helm scheint eine besondere Akustik zu herrschen, denn manchmal klingt meine Stimme vibrierend wie die eines Opernsängers, mit Tremolo. Offenbar gera­ten gewisse Luftpakete durch den Fahrtwind in Schwingung und erzeu­gen diesen Effekt.
 


Unscheinbare Helden
Nachdem ich die gewaltigen Schluchten „Gorges du Cians“ und „Gorges de Daluis“ kennengelernt hatte, fuhr ich in den „Alpes de Haute Provence“, in der Nähe von Castellane durch Annot und kam ins Dorf „Le Fugeret“, wo ich im Schatten von Bäumen Pause machte. Da entdeckte ich eine Gedenktafel. Es wur­de an drei Menschen erinnert: Albert und Léa Béraud und Georgette Héron (geborene Béraud). Diese hatten im 2. Weltkrieg Juden vor dem Zugriff der Nazis gerettet. Sie wurden von Yad Vashem (Jerusalem) und dem Staat Israel als „Gerechte aus den Nationen“ gewürdigt. Es gibt nicht nur die schrecklichen Mörder unter Hitler, Stalin, Boko Haram, IS usw. Es gibt auch solche mutigen Helden!




Georg Radecke "Kriegsmodell", nämlich Jahrgang 1945, Bauingenieur (pensioniert), verheiratet seit 1971 mit Heidi, 2 Söhne, 2 Enkelkinder. Liebt Lobpreis-Musik von J.S. Bach über poppig und  Country bis Ländler. Setzt sich teilzeitlich als Freiwilliger in Zürich bei christlicher Drogenanlaufstelle ein. 

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